Was tun, wenn Ameisen lästig werden?

Als Allesfresser erfüllen Ameisen viele nützliche Aufgaben, doch was tun, wenn sie im Haus oder im Garten überhand nehmen?

 
So faszinierend das Staatenwesen der Ameisen auch sein mag, im Haus sind sie extrem unangenehm und auch auf der Terrasse oder im Gemüsegarten können die Tiere lästig werden, wenn sie überhand nehmen.  
 
Wo Ameisennester stören, sollten Sie zunächst versuchen, sie mithilfe von stark duftenden Pflanzen zu vertreiben. Man braucht etwas Geduld, denn die diversen Ameisen-Arten reagieren unterschiedlich auf die Pflanzen. 
 

 

Methoden für den Garten:

Lavendel, Majoran, Thymian und Wermut neben Pflanzen setzen, die wegen ihrer Blattläuse von Ameisen besucht werden.
 
Ameisen-Straßen und Nester mit dem Schnitt der angegebenen Kräuter bestreuen;  außerdem mit zerkleinertem Farnkraut, Rainfarn, Holunder-Laub, Wacholder, Walnuss-Blättern, Zimt.

Gute Erfolge wurden auch erzielt mit Anpflanzen von Weinraute und Bestreuen der Nester und Ameisen-Straßen mit dem klein geschnittenen Kraut.

Auf Nester gegossene Wermut-Jauche vergrämt die Ameisen.

Einem Engländer gelang die Vertreibung mit einer drei Wochen alten Orangenschalen-Jauche (1 kg Orangenschalen auf 10 Liter Wasser). Sie können dafür auch Zitronen- und Pampelmusenschalen verwenden.

Haben sie es sich in Blumentöpfen gemütlich gemacht, topft man die Pflanzen um oder – wenn die Pflanze im Topf so viel Wasser verträgt – gießt sie regelmäßig durchdringend, bis die Tiere auswandern.

 
Von Kirschbäumen, Citrusgehölzen und anderen gefährdeten Bäumen hält man die Ameisen fern, indem man die einen Leimring um die Stämme bindet. Diesen können die Tiere nicht überwinden. Wichtig: die Leimmanschette muss dicht schließen, damit die Tiere nicht unten durch krabbeln können.  
 
Nester umsiedeln:
 
Füllen Sie einen Blumentopf mit Stroh oder Holzwolle und stülpen Sie ihn über ein störendes Nest. Nach wenigen Tagen haben die Ameisen ihre Brut dort hin getragen und sind mitsamt der Königin in den Blumentopf umgezogen. Mit einer Handschaufel kann man das Nest ausheben und an an einen Ort im Garten bringen, wo die Tiere nicht stören. Leider klappt es nicht immer, dass die Königin mit umzieht, deshalb am besten mehrmals anwenden!
 

Methoden im Haus:

Dichten Sie Fugen und Ritzen so weit wie möglich mit Kitt oder Silikon ab.

 
Verfrachten Sie verlaufene Tiere mit einer Handschaufel nach draußen. Zulaufstellen immer wieder mit den oben angegebenen Kräutern belegen, möglichst schon außen am Haus.

Erst wenn Ameisen sich durch sanfte Mittel nicht vertreiben lassen, sollten Mittel eingesetzt werden, die die Tiere töten, vor allem wenn das Nest nicht auffindbar ist.

Ameisen, die in Holzwänden Nester bauen, werden von Profis mit Heißluft bekämpft (Adressen findet man im Branchenbuch).

 
Im Handel gibt es giftfreie Vergrämungsmittel, z.B. von Neudorff oder Snoek.
 
Es gibt aber auch Mittel auf der Grundlage von Borsäure, welche die Tiere töten.
 
Haben die Ameisen ihre Nester an unzugänglichen Stellen im Winter- garten oder einem anderen unerwünschten Ort angelegt, wird man sie mit Hilfe von Loxiran® Ameisen- Köderdose (Neudorff) los. Dies sollte jedoch als letztes Mittel zum Einsatz kommen, weil dadurch das gesamte Volk vernichtet wird. Denn die Ameisen nehmen den natürlichen Wirkstoff auf und transportieren ihn ins Nest. Dort füttern sie damit Arbeiterinnen, Larven und Königin. 
 
Fliegende Ameisen:
Ameisen entwickeln in der Paarungszeit vorübergehend Flügel, um einen Partner zu finden. Etwa ab Mai bis in den Hochsommer hinein begeben sie sich auf den Hochzeitsflug. Manchmal verirrt sich dabei ein ganzer Schwarm im Haus. Die Tiere sollte man keinesfalls mit Gift bekämpfen; ohnehin sterben sie wenige Stunden nach der Paarung. Man kann versuchen, sie über offene Fenster hinauszulotsen. Die fliegenden Tiere folgen dem Licht (draußen Lichter an, drinnen aus!); ggf. mit einem Föhn nachhelfen. 
 
Natürliche Feinde
 
Bieten Sie am besten in Ihrem Garten den natürlichen Feinden der Ameisen wie Grünspecht, Spinnen, Kröten und Eidechsen viele Nist- und Wohnmöglichkeiten. Auch wer Hühner hält, sollte weniger Ameisen haben.

Vom Nutzen der Ameisen

Ameisen gehören in jeden naturgemäßen Garten. Untersuchungen ergaben, dass Gräser, Stauden, Büsche und Bäume in reich von Ameisen besiedelten Gebieten besser gedeihen und üppiger wachsen als in ameisenarmen Gebieten.

Im Kompost sind die fleißigen Krabbler ausgesprochen nützlich. Die Gänge und Kammern ihres Nestes durchlüften den Kompost.

Auch unter Büschen und Bäumen richten sie keinen Schaden an, im Gegenteil. Als Allesfresser erfüllen sie viele nützliche Aufgaben. Sie vertilgen große Mengen an schädlichen Insekten und patrouillieren als Gesundheitspolizei durch den Garten auf der Suche nach verwertbaren Tierleichen.

Sie verbreiten auch Pflanzensamen. Fast alle unsere Frühblüher (Winterling, Schneeglöckchen, Lerchensporn etc.) sind in dieser Hinsicht sogar ausschließlich auf Ameisen angewiesen.

Manche Pflanzen halten sich Ameisen sogar als Schutztruppe: Im Frühjahr krabbeln die Ameisen an Steinobstbäumen rauf und runter und dulden weder Raupe noch Käfer an den sich öffnenden Knospen.

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