Welcher Apfel juckt mich nicht?

Welcher Apfel juckt mich nicht?
Ob ein Apfel Beschwerden macht, hängt oft von der Sorte ab - Foto: oksix / stock.adobe.com

Für Allergiker ist der Biss in viele Apfelsorten alles andere als ein Genuss. Wir haben bei einem Experten nach Sorten gefragt, die jeder ohne Reue essen kann, warum das so ist und auf welche Inhaltsstoffe es ankommt.

Ein Experte zum Thema Apfelallergien

Willi Hennebrüder ist im Naturschutz aktiv und hat 2007 beim BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) im Lemgo das Projekt Apfelallergiker begründet.

kraut&rüben: Wie sind Sie darauf gekommen, ein Projekt zu starten, das Apfelallergikern helfen soll, eine für sie verträgliche Sorte zu finden?

Willi Hennebrüder: Der BUND Lemgo besitzt eine Streuobstwiese mit mehr als 100 alten Sorten, auf der wir jährlich zur Erntezeit eine Verkostung anbieten. 2006 kam ein Mann, der seit vielen Jahren eine Apfelallergie hatte und lediglich seine Frau begleiten wollte. Wir haben ihn ermutigt, unsere Äpfel zu probieren, und es haben sich keinerlei Symptome gezeigt.

kraut&rüben: Das hat Ihnen den Anstoß gegeben?

Wir haben intensiv recherchiert, aber selbst in entsprechenden Reha-Einrichtungen hat es keine Informationen dazu gegeben, wann Allergiker Äpfel vertragen und wann nicht und um welche Sorten es sich dabei handelt. Also haben wir selbst angefangen, die Erfahrungen von Betroffenen zu erfragen und anschließend auszuwerten.

kraut&rüben: Wie ist der Stand Ihrer Arbeit?

Inzwischen verfügen wir über Informationen von mehr als 600 Apfelallergikern. Wir haben festgehalten, welche Sorten oft Allergien auslösen und welche Äpfel Allergiker problemlos essen können.

kraut&rüben: Zu welchem Resultat sind Sie gekommen?

Sorten, die Allergien auslösen sind in aller Regel jene, die einen Züchtungsprozess durchlaufen haben, und die man im Supermarkt findet: ‘Golden Delicious’, ‘Braeburn’, ‘Granny Smith’, ‘Gala’, ‘Jonagold’ oder ‘Pink Lady’ gehören dazu. Dagegen können die meisten Apfelallergiker die Äpfel von der Streuobstwiese des Bauern in der Nachbarschaft essen – ohne Juckreiz, Schwellung und jegliche andere allergische Reaktion.

kraut&rüben: Sie meinen alle Sorten von der Streuobstwiese?

In der Regel handelt es sich um alle alten Sorten. Die Sorten, die vor Ort wachsen, sind ja in jeder Region andere. Bei uns in Niedersachsen beziehungsweise im Raum Lemgo sind zum Beispiel ‘Finkenwerder Herbstprinz’ oder ‘Tannenkrüger’ verbreitet, beides sind Sorten ohne Schorfprobleme. Es gibt aber auch alte Sorten, die überregional einen Namen haben, etwa ‘Alkmene‘, ‘Goldparmäne’ Freiherr von Berlepsch’, ‘Schöner von Boskoop’, ‘Grafensteiner’, ‘Goldrenette’, ‘Ontario’ oder auch ‘Weißer Klarapfel’  (…)

 

Weiterlesen in kraut&rüben:

Das vollständige Interview lesen Sie im aktuellen kraut&rüben 10/2019. Das Heft ist am Kiosk erhältlich oder in unserem >> Shop.

 

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