Wespen im Garten

Über ein Wespennest im Garten kann man sich freuen: die meisten Wespenarten sind nicht nur friedlich, sondern auch nützlich.
 
 
Der schlechte Ruf der Wespe begründet sich vor allem auf das Verhalten der Deutschen Wespe (Vespula germanica) und der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris).
 
Im Gegensatz zu allen anderen  Faltenwespen werden diese beiden Kurzkopfwespen von zuckerhaltigen Lebensmitteln angelockt.
 
Diese Wespenarten, die  unter Umständen ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten an den Tag legen, bauen ihre versteckten Nester im Boden oder in dunklen Hohlräumen aller Art. Wird dieser Bereich ausreichend respektiert, treten selbst hier kaum Probleme auf.
 
Im Gegensatz zu den Kurzkopfwespen interessieren sich Langkopfwespen nicht für die Kaffeetafel. Dazu gehören die Mittlere Wespe, Waldwespe, Sächsische Wespe und die Norwegische Wespe.
 
Die gut sichtbaren, frei hängenden Nester dieser friedlichen Wespenarten werden wegen gesteigerter Ängste und übertriebenem Ordnungssinn häufig ungerechtfertigt vernichtet. 
 
Schützen statt vernichten

Dabei sollte man sich über ein Wespennest im Garten eher freuen. Wespen leisten einen wichtigen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung.

 
So versorgen soziale Faltenwespen ihre Brut mit erheblichen Mengen verschiedener Insekten und die vielen solitären Wespen haben sich auf die Jagd von Blattläusen, Thripse, Zikaden und Rüsselkäferlarven spezialisiert. Ihren Eigenbedarf an zuckerhaltiger Nahrung decken ausgewachsene Wespen zum großen Teil mit Blütennektar und sorgen damit gleichzeitig für die Bestäubung von Blüten. Nicht zuletzt dienen sie Vögeln als Nahrung.
 
Deshalb,  haben Sie keine Angst vor einer Vermehrung der Wespen, die Tiere haben zahlreiche Feinde!
 
Wie verhalten, wenn man ein Nest entdeckt?

Keine Angst haben! Ein Wespenstich ist nur für Allergiker ein Grund zur Unruhe, ansonsten ist er unangenehm aber harmlos. Dasselbe gilt für den Stich einer Hornisse.

Grundsätzlich ist ein Nest selbst an häufig begangenen Bereichen unproblematisch, sofern man Abstand bewahrt. Die Tiere stechen nur bei Selbstverteidigung oder wenn sie ihr Nest bedroht sehen.
 
Verhalten Sie sich ruhig, fuchteln Sie nicht herum!

Verschieben Sie Tätigkeiten, die das Nest erschüttern oder den Einflugsbereich für längere Zeit versperren würden, auf den Spätherbst. Dann stirbt das Volk sowieso ab und das Nest kann gefahrlos entfernt werden.

Wespennester in Nischen oder Jalousienkästen nicht einschließen. Die wütenden Wespen suchen sich dann einen neuen Ausgang und können so ins Haus gelangen.

Bei Nestern in Rollkästen oder im Bereich von dringenden Baumaßnahmen sollten Sie sich beraten lassen. Wespennester in Rolläden oder im Dach können Bauschäden verursachen.

 
Kleine Wespennester können vom Fachmann umgesiedelt werden. Zur eigenen Sicherheit und auch aus gesetzlichen Gründen sollte man dies nicht selber machen.
 
Bedenken Sie: Durch das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz sind alle Tiere vor Zerstörung der Nester, Belästigung und Tötung geschützt. Es besteht auch kein Anspruch des Nachbars, Wespennester zu entfernen.
Alternativen bieten
 
Stellen Sie einfache Kästen aus Holz, mit Einflugslöchern versehen, in einer abgelegenen Gartenecke zur Verfügung. Wespen nutzen Ihre Gartenlaube nur deshalb, weil ihnen geeignete Hohlräume, z.B. in Baumhöhlen fehlen.
 
Viele solitäre Wespen und auch Wildbienen suchen für ihre Brut Löcher im Holz. Ein Klotz aus Hartholz mit unterschiedlich großen Löchern (Bohrmaschine!) versehen, sonnig aufgestellt oder gehängt ist die Grundlage. Koniferenholz eignet sich nicht wegen seinem Harzgehalt.
 
Was tun bei einem Stich?

Ihr Stich ist schmerzhaft, aber nicht besonders gefährlich, auch nicht bei mehreren Stichen. Ausgenommen davon sind Betroffene einer Insektengiftallergie. Allergien gegen Wespengift können im übrigen gut geheilt werden.

 
Stiche im Mund oder Rachenraum können wegen der auftretenden Schwellung lebensgefährlich sein. In solchen Fällen sofort die Schwellung mit Eis kühlen und den (Not-) Arzt aufsuchen.

Beratung und Hilfe

 

Vor Ort gibt es Hornissen- und Wespenberater, die in der Regel kostenfrei helfen. Fragen Sie bei der unteren Naturschutzbehörde bei Ihrem zuständigen Landratsamt.

 
Eine Datenbank für Experten vor Ort und viele Informationen bietet auch die Internet-Seite des  >> Berliner Hymenopterendienst
Ausführliche Informationen zu Wespen finden Sie beim NABU (Naturschutzbund)
>> Kein Grund zur Panik!

Foto: Stefan Emilius  / pixelio.de

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