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Wespennest im Garten – was tun?

Was tun, wenn sich Wespen im Garten ansiedeln oder am Haus ein Nest bauen? Muss man ein Wespennest entfernen? Unsere Tipps, wie Sie sich bei einem Wespennest am besten verhalten.

Ein Wespennest hängt in den Ästen von einem Baum.
Ein Wespennest im Garten ist kein Grund zur Panik!

Wenn man ein Wespennest im Garten entdeckt

Haben Sie keine Angst! Ein Wespenstich ist nur für Allergiker ein Grund zur Unruhe, ansonsten ist er unangenehm aber harmlos. Dasselbe gilt übrigens auch für den Stich einer Hornisse. Grundsätzlich ist ein Nest selbst an häufig begangenen Bereichen im Garten unproblematisch – sofern man Abstand bewahrt. Die Tiere stechen nur bei Selbstverteidigung oder wenn sie ihr Nest bedroht sehen. Deshalb: Verhalten Sie sich in der Nähe des Nestes ruhig und vermeiden Sie, die Tiere anzupusten oder wegzuschlagen. Verschieben Sie Tätigkeiten, die das Nest erschüttern oder den Einflugsbereich für längere Zeit versperren würden, auf den Spätherbst. Dann stirbt das Volk sowieso ab und das Nest kann gefahrlos entfernt werden.

Wespennest am Haus

Bei Nestern in Rollkästen oder im Bereich von dringenden Baumaßnahmen sollten Sie sich von Fachleuten beraten lassen. Auf keinen Fall sollte man Wespennester in Nischen oder Jalousienkästen einschließen. Die wütenden Tiere suchen sich dann einen neuen Ausgang und können so ins Haus gelangen. Kleine Wespennester können vom Fachmann umgesiedelt werden. Zur eigenen Sicherheit und auch aus gesetzlichen Gründen sollte man dies nicht selber machen.

Beratung und Hilfe

Vor Ort gibt es Hornissen- und Wespenberater, die in der Regel kostenfrei helfen. Fragen Sie bei der unteren Naturschutzbehörde bei Ihrem zuständigen Landratsamt oder bei ihrer Stadt oder Gemeinde. Bedenken Sie, durch das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz sind alle Tiere vor Zerstörung der Nester, Belästigung und Tötung geschützt. Es besteht auch kein Anspruch des Nachbars, Wespennester zu entfernen.

Filmtipp: "Warum ich Wespen liebe"

Wespennest, das im Türrahmen hängt

In der BR-Serie Lebenslinien erklärt ein ehemaliger Berufssoldat, warum er sich für Wespen und ihren Schutz einsetzt. Er und seine Frau Bettina haben im Unterallgäu eine Wespenberatung gegründet und kümmern sich in ihrer Umgebung um die Umsiedlung von Nestern von Wespen und Hornissen.

Was tun bei einem Wespenstich? – Getränke abdecken!

Ihr Stich ist schmerzhaft, aber nicht besonders gefährlich, auch nicht bei mehreren Stichen. Ausgenommen davon sind Betroffene einer Insektengiftallergie. Allergien gegen Wespengift können im übrigen gut geheilt werden. Stiche im Mund oder Rachenraum können wegen der auftretenden Schwellung lebensgefährlich sein. In solchen Fällen sofort die Schwellung mit Eis kühlen und den (Not-) Arzt aufsuchen. Beim Trinken gilt es im Sommer aufzupassen - vor allem draußen am Gartentisch. Getränke am besten abdecken oder vor dem Trinken nochmal ins Glas schauen!

Alternative Nisthilfen für Wespen

Wespen nutzen Ihre Gartenlaube nur deshalb, weil ihnen geeignete Hohlräume, z.B. in Baumhöhlen fehlen. Stellen Sie einfache Kästen aus Holz, mit Einflugslöchern versehen, in einer abgelegenen Gartenecke zur Verfügung. Viele solitäre Wespen und auch Wildbienen suchen für ihre Brut Löcher im Holz. Ein Klotz aus Hartholz mit unterschiedlich großen Löchern (Bohrmaschine!) versehen, sonnig aufgestellt oder gehängt ist die Grundlage. Koniferenholz eignet sich nicht wegen seinem Harzgehalt.

Wespen schützen, statt vernichten!

Über ein Wespennest im Garten sollte man sich eher freuen, denn die meisten Wespenarten sind nicht nur friedlich, sondern auch nützlich. Wespen leisten einen wichtigen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung. So versorgen soziale Faltenwespen ihre Brut mit erheblichen Mengen verschiedener Insekten und die vielen solitären Wespen haben sich auf die Jagd von Blattläusen, Thripse, Zikaden und Rüsselkäferlarven spezialisiert. Ihren Eigenbedarf an zuckerhaltiger Nahrung decken ausgewachsene Wespen zum großen Teil mit Blütennektar und sorgen damit gleichzeitig für die Bestäubung von Blüten. Nicht zuletzt dienen Wespen der Vogelwelt als Nahrung. Deshalb, haben Sie keine Angst vor einer Vermehrung der Wespen, die Tiere haben zahlreiche Feinde!

Die meisten Wespen sind friedlich

Nur zwei von 360 Wespenarten werden lästig. Der schlechte Ruf der Wespe begründet sich vor allem auf das Verhalten der Deutschen Wespe (Vespula germanica) und der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris). Im Gegensatz zu allen anderen Faltenwespen werden diese beiden Kurzkopfwespen von zuckerhaltigen Lebensmitteln angelockt. Diese Wespenarten, die unter Umständen ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten an den Tag legen, bauen ihre versteckten Nester im Boden oder in dunklen Hohlräumen aller Art. Wird dieser Bereich ausreichend respektiert, treten selbst hier kaum Probleme auf. Im Gegensatz zu den Kurzkopfwespen interessieren sich Langkopfwespen nicht für die Kaffeetafel. Dazu gehören die Mittlere Wespe, Waldwespe, Sächsische Wespe und die Norwegische Wespe. Die gut sichtbaren, frei hängenden Nester dieser friedlichen Wespenarten werden leider wegen Unwissenheit oft vernichtet.

Tipps vom NABU

Wespennest im Baum

Wann ist es erforderlich, Wespen umzusiedeln? Ausführliche und weiterführende Informationen zu Wespen und Hornissen erhalten Sie beim NABU (Naturschutzbund):

>> Kein Grund zur Panik!

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