Wie finde ich meine Rose?

Leseprobe aus dem kraut&rüben Extra 3/2019: ROSEN

Wie finde ich meine Rose?
Englische David Austin Rose: 'Charles Austin' - Foto: Olga Ionina / stock.adobe.com

Die Zahl der Rosensorten ist schier unüberschaubar. Wie entdeckt man in der Fülle seine Favoriten? Welche Kriterien helfen bei der Entscheidung?

Experten schätzen die Zahl der Rosensorten auf 30 000 oder mehr. Schließlich ist die Rose Jahrtausende alt und wurde, vor allem in den letzten zwei Jahrhunderten, von Züchtern aus aller Welt intensiv gekreuzt und verändert. Laufend vergrößerten neue Varianten das Sortiment und bis heute kommen jährlich weitere Schönheiten dazu.

Wie geht man vor, bei der Suche nach seiner Rose?

Nicht nur Gartenanfänger sind angesichts der Fülle oft überfordert. Selbst für Experten ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Die Züchtung verlieh den Rosen mal Zwergenwuchs, mal Riesenausmaße, mal steife Standhaftigkeit, mal anschmiegsame Biegsamkeit oder niederliegenden Wuchs.

Heute existieren einmalblühende Sorten neben Dauerblühern, einfache Blüten neben dicht gefüllten oder büschelblütigen. Manche duften stark, andere gar nicht. Botaniker teilen das Pflanzenreich für gewöhnlich nach verwandtschaftlichen Beziehungen der Arten untereinander ein.

Doch dieses System funktioniert bei den Rosen nicht mehr. Bei modernen Sorten lässt sich der Stammbaum gar nicht mehr nachvollziehen. Längst wurden Wildformen aus anderen Kontinenten in die europäischen eingekreuzt und die Sorten wieder und wieder untereinander vermixt.

Um dennoch den Überblick zu erleichtern und einen Wegweiser durch das riesige Sortiment  zu bieten, ging man dazu über, es einfach nach Wuchsform und Verwendungszweck im Garten zu klassifizieren.

Vor der Entscheidung für eine Sorte stehen folgende Fragen:

• Wo soll die Rose im Garten wachsen?

• Als Sichtschutz zum Nachbarn?

• Als Solitär im Rasen?

• Im Beet zwischen Stauden?

• Als Spalier an der Hauswand?

Zum Glück für uns Gärtner gibt es kaum eine Situation, der keine Rose gewachsen wäre. Wer dann noch nach einer bestimmten Farbe sucht oder anderen Merkmalen, die wichtig erscheinen, dampft das Angebot auf eine überschaubare Auswahl ein und wird seinen Favoriten bald finden.

Wer in Katalogen großer Rosen-Baumschulen blättert, findet das Angebot stets nach den folgenden Rosenklassen sortiert.

Strauchrosen

Streng genommen bilden natürlich alle Rosen Sträucher.

Wildrosen wachsen überwiegend zu stattlichen Gehölzen heran. Diese Vorfahren unserer modernen Gartenrosen erreichen oft 3 m Höhe und mehr. Sie blühen einmal im Jahr, zwischen Ende Mai und Juli, und öffnen einfache Blüten, auf denen Bienen und andere Insekten gerne landen. Im Herbst entwickeln sich daraus Hagebutten, die wiederum Vögel und andere Tiere anlocken. Bei Naturgärtnern sind sie daher sehr beliebt, – sofern der Platz dafür vorhanden ist. Mit ihrer dichten Verzweigung und den langen überhängenden Trieben ergeben sie wirksame Sichtschutzhecken.

Bei den Gartenrosen bezeichnet man nur die stattlichen Formen als Strauchrosen. Sie kommen den ursprünglichen Gehölzen noch am nächsten. Moderne Sorten erreichen meist 100 bis 200 cm Höhe. Es gibt sie in allen Farben und Blütenformen, infache und gefüllte, duftende und nicht duftende, einmal- und öfterblühende. Letzte werden auch als Zierstrauchrosen geführt. Alle machen im Hintergrund von Rabatten gute Figur, als Sichtschutz am Zaun, aber auch in Einzelstellung oder in Hecken.

Alte Rosen sind gewissermaßen das Bindeglied zwischen Wildrosen und modernen. Diese historischen Sorten wuchsen schon im antiken Rom und in den Klostergärten des Mittelalters. Wie Wildrosen, blühen die meisten nur einmal im Jahr, besitzen jedoch noch den sprichwörtlichen Duft. Sie entwickeln flache Blütenschalen und oft rosettenartig gefüllte Blüten, allerdings ausschließlich in Rosa oder Weiß. Ihre nostalgische Blütenform und ihr starkes Parfum fanden Ende des letzten Jahrhunderts wieder viele Anhänger.

Der britische Züchter David Austin war dann der Erste, der bei seinen Englischen Rosen erfolgreich die alte Form und den Duft in neue öfterblühende Sorten einkreuzte. Seinem Beispiel folgten andere Züchter. So gibt es heute viele Strauchrosen mit romantischer Blütenfüllung in allerlei Farben.

Kletterrosen

Wer sich Rosen gerne über den Kopf wachsen lassen möchte, pflanzt Kletterrosen. Sie erobern die Senkrechte und verwandeln Gartenflächen in Räume. Die Aufsteiger schmücken Spaliere, Obelisken, Rosenbögen, Lauben und Pergolen. Dabei unterscheidet man zwei Typen: Kletterer und Rambler  (…)

Lesen Sie weiter in unserem kraut&rüben Extra 3/2019 ROSEN

 

 

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