Wer seid Ihr eigentlich?

Die meisten Wildbienen sind Einzelgänger. Sich zu einem großen Volk zusammenzutun wie die Honigbienen, liegt ihnen nicht.
 
Lieber kümmern sie sich alleine um ihren Nachwuchs. Im Leben eines Weibchens – es dauert ein bis drei Monate – dreht sich alles darum, Futter zu suchen, ein Nest zu bauen und Eier zu legen.
 
Wildbienen-Männer haben nur eine Sache zu erledigen, sich zu paaren. Sie schlüpfen eine Weile vor den Weibchen und warten meist schon ungeduldig vor den Nestausgängen, wenn sich die Partnerinnen den Weg ins Freie nagen. Kurz darauf sterben sie, und die Bienen-Mütter beginnen emsig, Brutzellen für ihren Nachwuchs zu bauen.
 
So bauen sie ihr Nest
 
Haben Wildbienen ein bequemes Nest gefunden, teilen sie es in mehrere Kinderstuben auf, mit Wänden aus Erde, Holzspänen, Laub, Blütenblatt-Schnipseln, Pflanzenhaaren oder Harz – je nachdem, was gerade zu finden ist und welcher Einrichtungsstil einer Bienen-Art vorschwebt.
 
Wichtige Rolle bei der Bestäubung
 
Wildbienen stellen keinen Honig her, sie stehen bei Obstbauern und Gärtnern aber hoch im Kurs, weil sie ganze Arbeit beim Bestäuben von Blüten leisten und es diesbezüglich mit den Honigbienen aufnehmen können.
 
Keine Angst vor Stichen
 
Ihr Nest mit Waffengewalt zu verteidigen, darauf verzichten die wilden Einzelgänger. Deshalb stechen sie so gut wie nie, höchstens, wenn sie in extreme Bedrängnis kommen, etwa weil ein Fuß auf sie tritt. Aber selbst dann schmerzt ihr Stich nicht halb so stark und lange wie der einer Honigbiene oder Wespe. Und im übrigen haben die meisten Wildbienen so kurze Stachel, dass es ihnen nicht gelingt, damit die menschliche Haut zu durchdringen.
 
 

Foto: Marlies Schwarzin  / pixelio.de
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