Wenn niemand kommt

Das Insektenhaus steht, aber es lässt sich keine Biene blicken. Was stimmt da nicht?
 
Wer tagelang voller Begeisterung am Wildbienen-Haus gesägt, gebohrt und geschraubt hat, kann es meist kaum erwarten, bis die ersten Interessenten angesummt kommen. Doch was ist, wenn die Gebäude selbst nach Monaten noch leer stehen oder nur vereinzelt ein Weibchen der sehr genügsamen und wenig wählerischen Rostroten Mauerbiene sein Nest gebaut hat?
 
Dann sollte man auf Spurensuche gehen. Wildbienen suchen ihre Wohnungen mit Bedacht aus, sie nisten nicht in jeder beliebigen Röhre, in jedem beliebigen Material und an jedem beliebigen Standort.
 
Schließlich steht das Leben einer ganzen Bienen-Generation auf dem Spiel, wenn Eier, Larven oder junge Tiere in ihrem Heim Pilzkrankheiten, gefräßigen Vögeln, Hunger oder scharfen Splittern zum Opfer fallen oder beim Schlüpfen im Spinnennetz vor dem Eingang landen.
 
Instinktiv weiß die Wildbiene, worauf sie achten muss, und lässt sich von anderen Angeboten nicht beeindrucken.
 
Der richtige Standort
 
Wildbienen fliegen ihre Nester am liebsten von Südosten an. Die Natur hat ihnen beigebracht, dass diese Seite wärmer ist als der Norden, trotzdem nie zu heiß wird und – zumindest in Mitteleuropa – halbwegs sicher ist vor Wind und Wetter. Schützt ein Dachvorsprung sie vor andauernder direkter Sonne und starkem Regen oder Wind, sind sowohl Südost- als auch Südwest- und Südwände von Wohnhaus oder Schuppen ideale Orte für Nisthilfen.
 
Jedes Nest sollte fest montiert sein und keinesfalls im Wind baumeln. Bienen steuern nicht gerne auf einen Eingang zu, der hin und her schwingt. Damit Vögel die Larven verschonen, spannen manche Gärtner im Abstand von 20 cm ein Vogelschutznetz vor die Niströhren.
 
 
Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de 
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