Wird 2018 ein Schneckenjahr?

Nacktschnecke auf einem Blatt
Pixabay

Je kälter der Winter, desto weniger Schädlinge in der kommenden Saison. So lautet die weit verbreitete Meinung unter Gärtnern. Aber stimmt das auch?

Der Winter hat früh begonnen, aber besonders kalt war er bisher nicht. Das lässt viele Gärtner befürchten, dass kaum Schnecken, Raupen oder Läuse erfroren sind. Das stimmt wohl. Aber das wäre auch in einem sehr frostigen Winter so.

Gut gewappnet gegen Winterkälte

Die bei uns heimischen Insekten, Spinnmilben oder Schnecken haben mit der Zeit gelernt, sich an die Kälte in unseren Breiten anzupassen: Manche fressen sich zum Ende der Vegetationsperiode regelrecht Winterspeck an. Andere fahren ihren Stoffwechsel herunter oder fallen in eine Kältestarre. Der Maiszünsler beispielsweise überlebt im Maisstängel problemlos Temperaturen bis -26 ° C. Auch den Larven des Apfelwicklers oder den Kartoffelkäfern schadet eisige Kälte nicht. Sofern nach einem milden Herbst die Temperaturen nicht zu schnell fallen und sich die Tiere auf die Kälte einstellen können, überstehen die meisten den Winter ohne größere Blessuren.

Der Frühling entscheidet

Viele sterben aber, wenn im Mai noch Spätfröste auftreten, etwa während der Eisheiligen. Dann trifft die Kälte die Tiere unvorbereitet. Auch ein verregneter Herbst oder ein nasses Frühjahr führt unter Insekten zu hohen Verlusten, da sie dann vermehrt von Pilzkrankheiten befallen werden. Ob sich im Laufe des Sommers eine Schnecken-, Raupen- oder Läuseplage entwickelt, hängt also nicht vom Winter, sondern von der Witterung im Frühling ab.

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