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Zecken: Die Blutsauger lauern auch im Garten

Wenn Zecken gestochen und sich in der Haut festgesetzt haben, können sie gefährliche Krankheiten übertragen. Deshalb ist es wichtig, sie rechtzeitig aufzuspüren und richtig zu entfernen.

Eine Zecke krabbelt auf einem Grashalm
Zecken lauern im hohen Gras, wo man sie im Vorbeigehen abstreift.

Zeckenstiche werden immer häufiger. Im milderen Klima vermehren sich die Spinnentiere stark, und es gibt mehr neue Zeckenarten. Lesen Sie, warum sie so gefährlich sind und wo sie Zwei- und Vierbeinern auflauern.

Wie gefährlich ist ein Zeckenstich?

Zecken selbst sind erst einmal nicht gefährlich, auch wenn sie stechen. Erst wenn die Parasiten Krankheiten in sich tragen, können sie diese auf Mensch und Tier übertragen.

Gut zu wissen: Mit ihren Mundwerkzeugen stechen Zecken. Sie beißen nicht, weshalb man von einem Zeckenstich spricht und nicht von einem Zeckenbiss. 

Welche Krankheiten kann man von Zecken bekommen?

Von den verschiedenen Krankheiten, die Zecken übertragen, spielen hierzulande hauptsächlich zwei eine Rolle: Lyme-Borreliose und FSME, eine Hirnhautentzündung.

FSME ist eine Viruserkrankung; hat das Tier den Erreger im Körper, findet die Infektion sofort mit dem Stich statt.

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die aus dem Darm der Zecke übertragen wird. Das dauert dann eine Weile. Die Zecke ist nur am Eiweiß im Blut interessiert, und wenn sie von Zeit zu Zeit die Blutreste ausspuckt, tut sie das inklusive der Bakterien. Da dies aber nach 12–24 Stunden erstmals passiert, ist es sinnvoll, den Körper abzusuchen und die Zecke zu entfernen, bevor diese Bakterien absondert

Welche Symptome hat man bei einem Zeckenstich?

Einen Zeckenstich spürt man zunächst nicht, denn die Zecke will möglichst lange Blut saugen, am liebsten 14 Tage lang. Daher geht sie in 4 Schritten vor:

  • Schon vor dem Stich gibt die Zecke ein Betäubungsmittel auf die Haut, damit man den Stich nicht spürt.
  • Danach folgt ein Klebstoff, der „Zeckenzement“, durch den sie der Parasit fest verankert, um nicht so leicht wieder abgerubbelt zu werden.
  • Nun spritzt die Zecke Gerinnungshemmer in die Wunde, damit ihre Saugorgane nicht verstopfen.
  • Zuletzt kommt ein Entzündungshemmer dazu, der das Jucken verhindert.

Eine Zecke richtig entfernen

Man zieht mit einer Pinzette, Zeckenzange oder den Fingern am Körper der Zecke und hebt ihn dabei etwas an. Das empfindet der Störenfried selbst als störend und stößt eine Substanz aus, die den Zeckenzement auflöst. Nach 30–60 Sekunden kann die Zecke ohne Gegenwehr herausziehen.

Zecken falsch entfernen

Einst hieß es: Am Körper abtöten, z.B. durch Öl. Doch dabei erbricht eine infizierte Zecke im ungünstigen Fall den Erreger direkt in die Wunde.

Später hieß es: Herausdrehen, aber die Zecke hat kein Gewinde, und sie hat sich festzementiert.

Wichtig ist, dass man die Zecken nahe an der Haut entfernt, damit der Körper mit dem Darm entfernt wird, der möglicherweise Borrelien enthält. So bleibt auch der Kopf nicht stecken.

Wann muss ich mit einem Zeckenstich zum Arzt?

Ein roter Fleck, innen hell, der nach außen wandert, kann Zeichen einer Borrelien-Infektion sein. Diese Wanderröte tritt aber nur bei 50 % der Infektionen auf. Deswegen sollte man auf grippeähnliche Symptome achten: Glieder- und Kopfschmerzen, seltener Fieber. Eine Lyme-Borreliose muss sehr schnell vom Arzt mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Wie kann man sich vor einem Zeckenstich schützen?

Mit geschlossener Kleidung – Hose in die Socken stecken – und Zeckensprays hält man sich Zecken vom Leib. Für FSME gibt es eine 3-fach-Impfung; gegen Lyme-Borreliose wird eine Impfung noch entwickelt und ist derzeit in der klinischen Erprobung.

Wie lange dauert es, bis eine Zecke beißt?

Zecken leben bodennah im Gras oder Gebüsch, werden abgestreift oder krabbeln im Hosenbein hoch bis zu einer zarten Hautstelle – Kniekehle oder Leiste. Wo es ihr gefällt, setzt sie sich umgehend fest.

Wann sind Zecken besonders aktiv?

Im Wald und im Garten lauern Zecken
Im Wald und im Garten lauern Zecken

Sie schätzen feuchtes Wetter nach Trockenheit, kommen aber mit jeder Temperatur über 5 °C klar. Einst ging die Zeckenzeit von April bis September/Oktober, aber das hat sich verändert. Die Parasiten sind das ganze Jahr über aktiv, denn der Boden friert nicht mehr durch.

Neue Zeckenarten lauern

Früher gab es nur eine Zeckenart in unseren Breiten, inzwischen sind es 15 und weltweit mehr als 1000. Es gibt zwei große Familienclans – die Schildzecken mit ihrem Schutzschild und die Lederzecken. Am häufigsten begegnen wir in Deutschland dem Gemeinen Holzbock, einer Schildzecke. Doch auch Hyalomma, eine tropische Zeckenart, kommt immer öfter vor.

Mehr zu diesem Thema finden Sie im Experten Interview mit Frau Dr. Petra Sommer in der kraut&rüben Ausgabe 07/2022.

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