Zitronenbäumchen schneiden, düngen, überwintern

Zitronenbäumchen schneiden, düngen, gießen, überwintern
Zitronenbäumchen im Topf liefern reiche Ernte - Foto: d_e_r_i_c / stock.adobe.com

Frische Zitronen ernten, vom eigenen Baum – das gelingt auch hierzulande. Wichtig ist die richtige Pflege. Was es beim Anbau von Zitronen zu beachten gilt.

Zitronen aus eigenem Anbau – so klappt es!

Gießen, düngen, gelegentlich Triebe zurückschneiden und die eine oder andere Laus in ihre Schranken verweisen – das sind die Ansprüche, die Zitronen stellen. Als Lohn für die Mühe liefert das Bäumchen saftige Früchte in bester Bio-Qualität – ungespritzt und lange haltbar.

Wuchs:

Zitronen bilden von Natur aus kleine buschige Bäumchen (4–5 m hoch) mit langen bedornten Trieben.

Blüte:

Die Hauptblüte findet im Frühjahr statt, eine schwächere Nachblüte zieht sich fast das ganze Jahr hin. Deshalb findet man an einem Zweig häufig Blüten und Früchte gleichzeitig.

Zitronen ernten:

Zitronen brauchen Kälte um zu reifen. Gegen Ende des Winters färben sich die grünen Früchte gelb. Danach dauert es noch einige Wochen, bis sie sich leicht vom Baum lösen. Erst dann sind sie erntereif. Man kann nach Bedarf ernten, denn reife Zitronen fallen nicht ab. Erst Wochen später trennt sich das Gehölz von den Überreifen, um Platz für die nächste Generation zu machen.

Gefäße für Zitronenbäumchen

Pflanzen, die bei uns in den Handel kommen, sind auf eine robuste Unterlage veredelt, die dafür sorgt, dass das Bäumchen langsam wächst und gut in einem großen Topf zurechtkommt. Jungen Exemplaren genügt ein 10-Liter-Gefäß, ältere benötigen 20–30 Liter.

Umtopfen:

Alle 3–5 Jahre sollte die Erde erneuert und die Pflanze umgetopft werden. Dies geschieht am besten Mitte Februar bis Mitte März, bevor das Gehölz austreibt.

Standort:

Den Sommer verbringt die Kübelpflanze am allerliebsten im Freien, am zweitliebsten in einem luftigen Wintergarten oder Glashaus.

Der Umzug nach draußen, an einen sonnigen, windgeschützten Platz, der gerne überdacht sein darf, findet im April, in rauen Regionen im Mai statt.

Im Spätherbst Ende Oktober, Anfang November holt man die Südländerin zurück ins Haus. Das Winterquartier sollte frostfrei, jedoch kühl (4–10 °C) sein. Stehen die Pflanzen zu dunkel, werfen sie Blätter und Blüten ab. Auch wenn sie zu hell und warm stehen, entledigen sie sich der Blätter.

Zitrusgewächse brauchen viel Licht. Sowohl im Sommer als auch im Winter legen sie Wert auf genügend Abstand zu den Nachbarpflanzen. Die Zweige sollten sich nicht berühren.

Zitronen düngen:

Von Mai bis August ist das immergrüne Gehölz auf regelmäßige Nährstoffversorgung angewiesen, damit die Blätter nicht ausbleichen oder gar abfallen.

Beim Umtopfen mischt man etwa 2 Eßlöffel voll Hornspäne (auf 10 l ) unter die Erde sowie 1–2 l Kompost. Später sorgt flüssiger Dünger, den man dem Gießwasser beigibt, für Nachschub.

Es gibt verschiedene Bio-Dünger für Zitrusgewächse im Handel. Verdünnte Brennnessel-Jauche (1:20) wöchentlich mit dem Gießwasser verabreicht, liefert ebenfalls alle Nährstoffe, die Zitronen zum Wachsen und Fruchten brauchen.

Pflanzen, die zu großzügig mit Dünger verwöhnt werden, bilden viele Triebe und verzichten aufs Blühen.

Gießen:

Zitronen sollten nicht auf Vorrat, sondern nur nach Bedarf gegossen werden, und zwar nachdem die Erde oberflächlich abgetrocknet ist. Regenwasser eignet sich am besten. Blühfaule Exemplare ließ man früher sogar einige Wochen dürsten, um sie auf Blühkurs zu bringen.

Auch im Winter braucht das immergrüne Gehölz hin und wieder einige Schluck Wasser. Die Erde sollte leicht feucht, jedoch nie völlig durchnässt sein.

Schützen:

Auch Läuse mögen Zitronen. Schildläuse und Wollläuse nisten sich gerne auf Zitrusgewächsen ein.

Schildläuse sitzen entlang der Adern auf der Unterseite der Blätter. Vor allem an jungen, wachsenden Blättern zapfen die flügellosen Läuse den Saftstrom an, da er dort üppig sprudelt und voller Eiweiß und anderer nahrhafter Stoffe ist. Leider wird man sie genauso schwierig wieder los wie Wollläuse. Allerdings mit Geduld und Hartnäckigkeit und mehrmaliger Behandlung mit einem Pflanzenschutzmittel auf Ölbasis gelingt es meist.

Zitronen schneiden:

„Im Land, wo die Zitronen blühen“, erziehen Zitrusbauern ihre Pflanzen zu Bäumen mit lockerer Krone, ähnlich wie dies hierzulande Obstbauern mit Apfel- und Birnbäumen tun.

Bei Exemplaren, die im Topf wachsen, bietet sich die platzsparende Erziehung als lockeres Spalier an. Verkehrt machen kann man nicht viel. Denn Zitronenbäume lassen sich nicht klein kriegen, selbst wenn man Stamm und dicke Äste um zwei Drittel mit der Säge einkürzt. In der Regel genügt aber der Griff zur Schere – vor dem Einräumen oder spätestens im zeitigen Frühjahr.

Kümmerliche, kranke, nach innen wachsende Triebe entfernt man als erstes. Stehen zwei Zweige dicht beieinander oder überkreuzen sie sich, muss einer weichen.

Stark beschnittene Pflanzen treiben kräftig aus und vergessen dabei manchmal zu blühen. Deshalb ist es sinnvoll, lange, steil nach oben wachsende Triebe nicht einzukürzen, sondern bogenförmig an einen Stützstab nach unten zu binden. Dadurch dämpft man das Wachstum, und es bilden sich Blüten an den flach gebundenen Zweigen.

Was tun, wenn das Zitronen-Bäumchen die Blüte verweigert?

  • Auf hellen Standort achten,
  • zurückhaltend gießen,
  • zurückhaltend düngen und
  • zurückhaltend schneiden.

Hausmittel mit Zitrone

Zitronenwasser – Hausmittel gegen Erkältung

Ein Klassiker unter den Hausmitteln gegen Erkältung ist Zitronenwasser. Die Zubereitung ist einfach: Den Saft einer halben Zitrone auspressen, in eine Tasse oder Glas geben, mit warmem Wasser (kein heißes Wasser!) aufgießen, nach Belieben mit Honig süßen und schluckweise genießen. Der Zitronentee sollte bei den ersten Anzeichen einer Erkältung getrunken werden oder regelmäßig vorbeugend während der kalten Jahreszeit.

Gerüche neutralisieren

Zwiebel- oder Fischgeruch verschwindet, wenn man die Hände mit einer halbierten Zitrone abreibt.

Zitronensaft für die Haarpflege

Gibt man beim Waschen etwas Zitronensaft in die letzte Spülung, verleiht dies den Haaren einen seidigen Glanz.

Um blonde Haare aufzuhellen, verwendete man früher eine Spülung aus Zitronensaft, gemischt mit Kamillentee. Besonders effektiv wirkte sie, wenn man die Haare anschließend in der Sonne trocknen ließ.

>> Rezept: Zitronen-Joghurt-Traum

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